Ursachenorientierte Hypnose

Bei der ursachenorientierten Hypnose, auch als das „Scharfe Schwert der Hypnose“ bezeichnet, wird das Problem direkt an der Wurzel aufgelöst. Ich gehe dabei mit Hilfe der sogenannten “Affektbrücke” (das Gefühl, welches hinter dem Problem steht) gemeinsam mit dem Patienten zurück in die Situationen, die mit dem Thema und dem Gefühl verknüpft sind. Solange, bis wir die Situation finden, welche das Problem bzw. das Gefühl ursprünglich ausgelöst hat. Dort angekommen, leite ich den Patienten dazu an, gemeinsam mit seinen inneren Helfern oder auch Anteilen, die für ihn belastende Situation zu neutralisieren. Der Patient erarbeitet sich sozusagen eigenständig Lösungen für sein Problem und nutzt dazu seine eigenen Fähigkeiten und Stärken, die sowieso schon immer in ihm schlummerten.

Beispiel: Ein Patient kommt zur mir, weil er seit Jahrzehnten an den Nägeln kaut. In Hypnose lassen wir das Gefühl, welches hinter Problem steht, aufkommen und gehen zurück bis zu der Situation, wo dieses Gefühl das erste Mal aufgetreten ist. Es kann auch sein, dass sich mehrere Situationen finden, in denen das Gefühl präsent war. In der auslösenden Situation ist das Gefühl allerdings neu und es gilt diese Situation gemeinsam mit dem Patienten zu finden. Ich bin dabei sehr auf die Mitarbeit meiner Patienten angewiesen. Denn zu jeder Situation, die er in Hypnose nochmals erlebt, muss er mir Rückmeldungen geben und Fragen beantworten. Bei der auslösenden Situation angekommen (häufig sind das Ereignisse, die vor dem 7. Lebensjahr stattfanden), steht der “erwachsene Patient” seinem “jüngeren Ich” zur Seite und hilft ihm diese Situation zu überstehen und auch umzudeuten. Ich nenne das „Innere-Kind-Arbeit“ oder auch „informed child technique“. Das Erstaunliche dabei ist, dass das Gehirn danach die Situation ohne das belastende Gefühl, also neutral, abspeichert und auch alle darauffolgenden Situationen mit diesem Gefühl neutralisiert sind. Nach der Sitzung wird das Kauen an den Nägeln nicht mehr zur Kompensation des unangenehmen Gefühls benötigt.

Siegel Traumatherapie